GIS

GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

Dioxin in Lebensmitteln

Dioxine entstehen als Abfallprodukte und werden nicht bewusst hergestellt. Sie entstehen bei Verbrennungsprozessen und fielen früher bei der Produktion von Pflanzenschutzmitteln und der Papierherstellung an. Seit in den 80iger Jahren das Bewusstsein für die Gefährlichkeit gestiegen ist, gibt es durch zahlreiche Verbote und Einführung von strengen Grenzwerten einen starken Rückgang von Dioxinen. Der Nachweis ist allerdings sehr aufwendig und liegt im Pikogrammbereich. Das heisst, es handelt sich um Nachweise von billionstel Grammen. Dies entspricht dem Gewicht eines Eies im Verhältnis zum Gewicht von 10.000 vollbeladene großen Lastkraftwagen. Aber auch solch geringe Mengen können schädlich sein. Wir nehmen täglich mit unserer Nahrung Dioxine auf. Diese lagern sich im Fettgewebe ab und werden erst nach langer Zeit wieder abgebaut. Dioxinhaltig sind vor allem fetthaltige tierische Lebensmittel und ggf. erdbehaftete Pflanzen. Diese normale tägliche Dioxinaufnahme ist wegen der strengen Grenzwerte für Lebensmittel nicht schädlich.
Nicht tolerabel sind Geschehen wie das Einmischen von technischen Fetten in Futtermitteln mit erhöhten Dioxinwerten, wie im Winter 2010/2011 nachgewiesen. Dies führte dazu, dass zwischenzeitlich knapp 20 Betriebe im Zweckverbandsgebiet vorsorglich keine Lebensmittel in den Verkehr bringen durften. Diese Maßregeln konnten aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben werden.

    

PCB/Dioxin auf Weideflächen

In den letzten Jahren hat es vermehrt Grenzwertüberschreitungen an Gehalten von Dioxinen oder dioxinähnlichen polychorierten Biphenylen (dioxinähnliche PCBs) im Aufwuchs von Grünlandflächen in Gewässernähe gegeben. Anfänglich erfolgten Nachweise an der Ems, später an der Elbe und Anfang November 2008 an der Weser und dem Jadebusen, zunächst im Bereich des Landkreises Wesermarsch. Hier überschritten zwei von fünf Futterproben in einer nichtamtlichen Untersuchung den Grenzwert. Es handelt sich nicht um sehr hohe Werte, sondern um Spuren. Der Zweckverband ging wie folgt vor:

  1. Auswertung welche Aussendeichsflächen von wem landwirtschaftlich genutzt werden.
  2. Fragebogenverteilung und Auswertung besonders hinsichtlich Nutzung der Aussendeichsflächen und Verwertung des Futters. Nach Auswertung ergab sich eine Risikoeinstufung.
  3. Von Betrieben mit der höchsten Risikoeinstufung wurde - soweit noch Tiere, die dort geweidet hatten, vorhanden waren, nach der Schlachtung Proben genommen und auf Dioxin/PCB-Belastung untersucht. Das Ergebnis machte keine Reglementierung des Fleisches notwendig.
  4. Speziell von Betrieben mit Flächen im Aussendeichsbereich wurden Sammelmilchproben auf Dioxin/PCB untersucht. Die Werte lagen überwiegend sogar unter dem Landesdurchschnitt.

Die Federführung liegt beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem LAVES als zuständige Futtermittelüberwachungsbehörde. Das Ministerium betont, dass keine Gesundheitsgefährdung vorliegt.

Die Ursache ist noch vollkommen unbekannt. Das Ministerium vermutet nicht eine Kontamination durch Überschwemmungen, sondern eher über Luft. Es ist davon auszugehen, dass die Problematik nicht auf bestimmte Gebiete begrenzt ist. Es gibt auch die Theorie, dass es nur der derzeitige Nachweis von Schadstoffbelastungen ist, die vor Jahrzehnten noch höher waren. Das Ministerium möchte eine sogenannte "Dioxinlandkarte" erstellen. 

Nach Stand der bisherigen Erkenntnisse wurden keine sogenannten "Risikobetriebe" festgestellt. Es gibt derzeit also keine veterinärrechtlichen Beschränkungen von landwirtschaftlichen Betrieben im Gebiet des Zweckverbandes.Bundesweit wird aber grundsätzlich vor dem Verzehr von Schaflebern gewarnt, weil die Dioxinbelastung dieses Produktes hoch sein kann.

    

 

 

 

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