GIS

GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

BVD-Bekämpfungsprogramm mittels Ohrstanze


Da ein dauerhafter Virusausscheider nur während der ersten Monate der Trächtigkeit im Mutterleib entsteht, ist die Untersuchung der neugeborenen Kälber der wichtigste Punkt um die Infektionskette frühzeitig zu unterbrechen. Da Blutproben nach Aufnahme von Kolostralmilch (Biestmilch) bis zum Alter des Kalbes von 60 Tagen kein sicheres Ergebnis bringen, ist Mittel der Wahl die Untersuchung einer Gewebeprobe, dort ist stört die Biestmilchaufnahme die Untersuchung nicht. Daher wurde entschieden, dass ab Juni 2010 ein System eingeführt wird, in dem der Tierhalter selber bei der Kennzeichnung der Kälber mit Ohrmarken mit der Ohrmarkenzange automatisch eine kleinste Gewebeprobe entnimmt und zur Untersuchung einschickt. Ist das Untersuchungsergebnis negativ, also es wurde kein BVD-Virus festgestellt, gilt das Kalb als BVD-unverdächtig und muss im ganzen Leben nicht mehr auf BVD untersucht werden, da ein Dauerausscheider ja nur im Mutterleib entsteht.

Falls die Mutter ein Dauerausscheider gewesen sein sollte, hätte sie während der Trächtigkeit zwangsläufig das Kalb im Mutterleib infiziert. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Ist das Kalb negativ untersucht, ist die Mutter automatisch auch negativ mituntersucht.


In der Praxis läuft das Untersuchungsgeschehen in Niedersachsen wie folgt ab:

1. Der Tierhalter bekommt ab Juni 2010, wenn er neue Ohrmarken bestellt, einen neuen Ohrmarkentyp, die mit kleinen zusätzlichen Gewebeprobenröhrchen ausgestattet sind, eine neue spezielle Ohrmarkenzange und gleichzeitig alles für den Probenversand zugeschickt. Wegen eines Rechtsstreites mit einem beim Angebot unterlegenem Ohrmarkenlieferanten dürfen zunächst leider nur immer kleinere Mengen geliefert werden. Es erfolgt bei Angabe des Jahresbedarfs automatisch immer wieder eine Nachlieferung. Bewahren Sie die alte Zange zunächst noch für Ohrmarken für die Nachkennzeichnung älterer Tiere auf. 

2. Der Tierhalter kennzeichnet wie gewöhnlich sein Kalb kurz nach der Geburt. Bei dem Einkneifen der Ohrmarken wurde automatisch von beiden Ohren winzige Gewebeproben gewonnen, die in die Gewebeprobenröhrchen reingedrückt wurden. Diese beiden Proberöhrchen haben auch die Ohrmarkenkennung und müssen vom Tierhalter gemäß dem mitgeschickten Probenversandmaterial eingepackt werden. Auf einer mitgelieferten Karte muss der Tierhalter unterzeichnen und Proben sowie Karte werden vom Tierhalter mit dem beiliegenden fertig adressiertem Freiumschlag an das Untersuchungsamt geschickt. Um einen Aufdruck mit dem Untersuchungsergebnis auf dem Stammdatenblatt zu bekommen, ist es wichtig, dass die Probe schon am dritten Lebenstag des Kalbes abgeschickt wird. Nun muss der Tierhalter nur noch wie gewohnt die Geburt in HITer anmelden (der Versand der Proben und der Karte als Untersuchungsantrag ersetzt nicht die übliche Geburtsmeldung in HITier!!). Damit ist seine Arbeit in dem Verfahren beendet.

3. Das Untersuchungsinstitut leitet den Untersuchungsbefund elektronisch an das zuständige Veterinäramt und das leitet den Befund elektronisch an die zentrale Rinderdatenbank HITier weiter. Dort steht dann auch für den tierhalter lesbar der Untersuchungsbefund für das Kalb und wenn das Kalb negativ untersucht wurde auch der negative Befund für die Mutter. Ist dies alles vor dem zum 11. Lebenstag des Kalbes geschehen, druckt VIT Verden bei negativem Untersuchungsbefund die Worte BVD unverdächtig auf das Stammdatenblatt und schickt dies dem Tierhalter zu. Weitere Atteste sind dann nicht notwendig. Ein weiterer schriftlicher Befund wird nicht erstellt. Das Kalb kann dann ohne weitere Einschränkungen hinsichtlich BVD ein lebenslang deutschlandweit frei gehandelt werden, in Zucht- oder Mastbetriebe

Es gibt folgende Ausnahme von der Untersuchungspflicht: Wenn die Rinder in einen reinen Mastbetrieb mit ausschließlicher Stallhaltung und Abgabe der Tiere nur zur Schlachtung verbracht werden sollen, dann müssen sie nicht (dürfen aber natürlich schon) auf BVD untersucht sein, wenn der abgebende Bestand BVD-unverdächtig ist. Wie ein Betrieb den Status BVD-unverdächtig erhalten kann, steht links auf einem Extrapunkt. Kein Betrieb muss den Status BVD-unverdächtig zwingend anstreben, solange er alle Kälber untersucht, ist er vom Handel nicht abgeschnitten.

Ohrstanzen 2014
untersucht
davon positiv
positiv in %

Zweckverband gesamt
126.289
37
0,03

Wesermarsch
53.851
7
0,01

riesland
38.792
12
0,03

Wilhelmshaven
2.171
0
0,00

Wittmund
31.475
18
0,06


  

 

 

 

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