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BSE/TSE

TSE (Transmissible Sponigforme Encephalopathie = Übertragbare schwammartige Gehirnerkrankung) ist der Oberbegriff für einige zentralnervöse Erkrankungen verschiedener Säugetierarten. Bei allen diesen Erkrankungen ist folgendes gleich:

Die Mehrheit der Wissenschaftler geht davon aus, dass es sich bei den Erregern um „Prionen“ handelt. Das sind infektiöse Eiweiße, welche körpereigene Eiweiße, die Prionproteine, in eine krankmachende Form umfalten. TSE-Erkrankungen werden daher auch „Prionkrankheiten“ genannt. Eine TSE-Infektion erfolgt üblicherweise durch die Aufnahme erregerhaltiger Nahrung. Im Laufe der Infektion wird kommt es im Gehirn teilweise zu Umwandlungen in ein mikroskopisch schwammartiges Gebilde. Die Erkrankung ist nicht heilbar und verläuft immer tödlich. 

Die bekannteste dieser Infektionen ist die entsprechende Erkrankung des Rindes, die BSE. Das Kürzel „BSE“ steht für „Bovine Spongiforme Enzephalopathie“ und bezeichnet eine schwammartige Veränderung des Gehirns von Rindern. Die Erkrankung ist eigentlich keine Tierseuche, da sie nicht von einem Rind auf andere Rinder des Bestandes übertragbar ist, sondern es handelt sich um eine Infektion, die vermutlich über das Futter erfolgt ist (Tiermehlverfütterung).

BSE hat eine sehr lange Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zu erkennbaren Krankheitserscheinungen). Die Tiere infizieren sich meist schon als Kälber. Krankheitssymptome treten im Durchschnitt jedoch erst bei 5-6 Jahre alten Tieren auf. So alt werden in der Regel nur Kühe. Die Rinder werden zunehmend ängstlich und orientierungslos. Sie reagieren überempfindlich auf Berührung, Lichtreize und Geräusche und werden teilweise aggressiv. Ihr Gang wird unsicher. Der Volksmund spricht deshalb auch von „Rinderwahn“.

Anzahl BSE-Fälle Deutschland Zweckverbandsgebiet
2000

7

0

2001

125

0

2002

106

1

2003

54

0

2004

65

2

2005

32

0

2006

16

1

2007

4

0

2008

2

1

2009

2

0

2010 0

0

2011 0

0

2012

0

0

2013 0

0

2014 2*

0

*Atypische BSE: Sie entsteht wahrscheinlich spontan im Gehirn - anders als bei der klassischen BSE ohne Kontakt mit infektiösen Prionen. Ein gesundes Prionprotein, das im Gehirn vorkommt, faltet sich fehlerhaft und wird so zum krankmachenden Prion.

Wenn gleich der letztendliche Beweis aussteht, geht die Wissenschaft heute davon aus, dass BSE im Einzelfall auf den Menschen übertragbar ist und hier eine neue Variante der tödlich verlaufenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) auslöst. Durch das Verfütterungsverbot von Tiermehl und sonstige Maßnahmen kam es zu dem starken Rückgang der BSE-Fälle. Zum 28. April 2015 wurde die BSE-Testpflicht für normal geschlachtete Rinder aus Deutschland und anderen Ländern mit vergleichbar niedrigem Risiko aufgehoben. Die Testpflicht besteht weiterhin bei Rindern über 48 Monate aus Deutschland bei Notschlachtungen. Bei Rindern, die nicht aus Deutschland stammen kann das Testalter noch bei 30 Monaten (Notschlachtungen 24 Monaten) liegen. Auch bei verendeten Rindern erfolgt eine Beprobung in den Verarbeitungsbetrieben (Tierkörperbeseitigungsanstalten).

Während zu Beginn der BSE-Erkrankungen in Deutschland ganze Rinderbestände getötet wurden, waren es später nur die Kohortentiere (Rinder, die ein Jahr vor oder nach dem erkrankten Tier geboren wurden und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit das gleiche Futter im Kälberalter aufgenommen haben) und die in den letzten beiden Jahren vor dem Tod geborenen Kälber der erkrankten Kuh. Seit dem Herbst 2007 wird eine sofortige Tötung dieser Tiere nicht mehr durchgeführt. Sie müssen im Bestand verbleiben und werden am Ende der Nutzung eingeschläfert sofern sie bis dahin nicht schon eines natürlichen Todes gestorben sind. Eine Schlachtung ist nicht erlaubt. Diese Vorgehensweise ist eine gute Kombination von Tier- und Verbraucherschutz.

Weiterhin werden müssen Verbraucherschutzgründen sogenannte Risikomaterialien wie der Oberschädel von Rindern mit Gehirn, das Rückenmark und der Darm gesondert entsorgt werden und dürfen nicht weiter gehandelt werden.

Neben BSE bei den Rindern gibt es eine relativ häufig vorkommende transmissible spongiforme Enzephalopathie bei Schafen und Ziegen, die Traberkrankheit oder auch Scrapie genannt. Sie ist seit mehr als 200 Jahren bekannt. Eine Übertragung von Scrapie auf den Menschen ist hier nicht belegt. Interessanterweise kann man eine Resistenz gegen Scrapie züchten. Schafe mit bestimmten Gentypen sind kaum empfänglich.

    

 

 

 

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