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GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

Blauzungenkrankheit 

Seuchengeschehen 2007 und 2008

Die Blauzungenkrankheit ist in Deutschland erstmals in dem Jahr 2006 aufgetreten. Der Serotyp 8 wurde damals erstmals in Europa im Dreieck Niederlande, Belgien und Deutschland festgestellt. Er hat sich anschließend fast auf ganz Europa ausgeweitet. Im Gebiet des Zweckverbandes ist nur der Serotyp 8 aufgetreten, im Jahr 2007 mit 76 Fällen und im Jahr 2008 mit über 303 Fällen, als eine massive Viruslast über das Gebiet des Zweckverbandes zog. Hier konnte die Impfung Schlimmeres verhindern. Dank der Massenimpfaktion ist seit 2009 im Zweckverbandsgebiet kein Fall von Blauzungenkrankheit festgestellt worden.

Aktuelle Gefährdungslage

Im Jahr 2017 ist die Infektionsgefahr für Deutschland wieder sehr groß. Aus Frankreich nähert sich wieder der Serotyp 8 und aus dem Bereich Österreich der Serotyp 4. Die Wahrscheinlichkeit einer Einschleppung nach Deutschland ist insbesondere für den Serotyp 8 sehr groß.

Auch wenn die Einschleppungsgefahr in Süddeutschland größer ist, können bei Auftreten von Fällen in Deutschland Vermarkungsprobleme von ungeimpften Zuchtrindern auftreten. Hierzu auf der Unterseite Impfung auf der linken Seite mehr.

Blauzungenkrankheit allgemein

Die Blauzungenkrankheit ist eine für Menschen ungefährliche Viruserkrankung der Wiederkäuer (Rinder, Schafe, Ziegen, Wildwiederkäuer wie Rehe etc). Sie tritt überwiegend bei feuchtwarmen Wetter im Herbst auf und wird ausschließlich über 1–3 mm kleine, gedrungene Mückenarten - sogenannte Gnitzen - übertragen. Die Gnitzen sind hauptsächlich zwischen Abend- und Morgendämmerung aktiv und befallen vor allem Tiere im offenen Gelände. Die Gnitzen sind seltener in festen Gebäuden anzutreffen. 

Neben infizierten Tieren ohne Krankheitserscheinungen können auch deutlich erkrankte Tiere festgestellt werden. Klinische Erkrankungen gibt es häufiger bei Schafen als bei Rindern. Typische Symptome sind entzündlich gerötete Augen, massive entzündliche Veränderungen im Maulbereich, Kopfschwellungen, hohes Fieber, oft in Verbindung mit Lungenentzündungen und Aborte. Häufig ist das Euter teilweise bläulich verfärbt, bei Schafen auch die Zunge. Todesfälle sind insbesondere bei Schafen aber auch bei Rindern nicht auszuschließen. Häufig wird vermehrt nur akut hohes Fieber, bei Milchkühen verbunden mit einem drastischen Milchrückgang, festgestellt. Insbesondere bei Jungrindern ist die Abortrate sehr hoch. Schwer infizierte Tiere sind oft dauerhaft leistungsgemindert. 

Einen guten Schutz gibt die Schutzimpfung. Dabei ist aber auch eine Wirkung gegen den richtigen Serotypen wichtig.

  

 

 

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