GIS

GIS im Netzverbund des Landkreises Wittmund

 

Vogelgrippenachweise im Zweckverbandsgebiet


Anzahl verendeter, eingeschläferter oder erlegter Wildvögel aus dem Zweckverbandsgebiet, die seit dem 07. November 2016 (Beginn der derzeitigen Vogelgrippewelle in Deutschland) im staatlichen Untersuchungslabor auf den  hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5N8 untersucht wurden:
184 Stück (Stand 23.03.2017).

Dabei hat es im Zweckverbandsgebiet folgende Nachweise des hochpathogenen Vogelgrippeerreger H5 gegeben (sechsmal H5N8, einmal H5N5):
  1. 29.11.2016 Schwan, Stadt Wilhelmhaven, Banter See, H5N8
  2. 05.12.2016 Wildgans (Ringelgans), Gemeinde Wangerland, Horumersiel, H5N8
  3. 09.12.2016 Greifvogel (Mäusebussard), Stadt Wilhelmshaven, Wangeroogekai, H5N8
  4. 27.12.2016 Wildgans (Graugans), Gemeinde Wangerland, Hooksiel, H5N5
  5. 12.01.2017 Wildente (Tauchente), Stadt Wilhelmshaven, Industriegebiet Rüstersiel, H5N8
  6. 09.02.2017 Greifvogel (Mäusebussard), Stadt Wittmund, Harlesiel, H5N8
  7. 09.03.2017 25.000 Pekingenten, Stadt Wittmund, Ardorf, H5N8
    

Vogelgrippeausbruch in Wittmunder Entenmastbetrieb


In einem Entenmastbetrieb im Wittmunder Ortsteil Ardorf ist der Vogelgrippeerreger H5N8 festgestellt worden. Der gesamte Bestand mit knapp 25.000 Tieren wurde am 09.03.2017 getötet. Es wurde ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet um das Seuchengehöft herum gebildet. Die nachfolgend aufgeführten Regelungen für die Gebiete ergeben sich aus der Geflügelpestverordnung. Die Gebiete sind auch den Links unterhalb dieses Textes zu entnehmen.

Für alle Personen, die kein Geflügel halten, gibt es in diesen Gebieten keinerlei Einschränkungen. Auch Hunde und Katzen dürfen frei umherlaufen. Der dort festgestellte Vogelgrippeerreger H5N8 ist für den Menschen ungefährlich.

Für Geflügelhalter gelten folgenden Einschränkungen.

Sperrbezirk:
1. Das Geflügel ist in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten (Aufstallung oder Seiten mit dichtem Draht und überstehendem geschlossenem Dach)
2. Dem Veterinäramt ist - soweit dieGeflügelhaltung noch nicht aktuell gemeldet wurde oder die Tierzahlen von der bisherigen Meldung abweichen - die Geflügelhaltung anzumelden.
3. Gehaltene Vögel, Säugetiere (die zusammen mit Geflügel gehalten werden), Fleisch von Geflügel und Federwild , Eier sowie von Geflügel und Federwild  sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte (Mist etc) dürfen weder in einen noch aus einem Bestand, Futtermittel dürfen nicht aus einem Bestand verbracht werden. Eine Ausnahmegenehmigung ist für Konsumeier auf Antrag möglich, wenn diese an eine Packstelle gehen und dort in Einwegverpackungen verpackt werden.
4. Es sind verstärkte Hygienevorgaben einzuhalten (s. unten)
5. Die Beförderung von frischem Fleisch von Geflügel aus einer Schlachtstätte, einem Zerlegebetrieb oder einem Kühlhaus ist verboten;
6. Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden;
7. Auf öffentlichen oder privaten Straßen oder Wegen, ausgenommen auf betrieblichen Wegen, dürfen gehaltene Vögel, Eier oder Tierkörper gehaltener Vögel nicht befördert werden. Dies gilt nicht für den Durchgangsverkehr auf Fernstraßen und den Transport von Konsumeiner, die außerhalb des Sperrbezirks erzeugt wurden
8. Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
9. Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel und sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

Beobachtungsgebiet:
1. Das Geflügel ist in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten (Aufstallung oder Seiten mit dichtem Draht und überstehendem geschlossenem Dach)
2. Dem Veterinäramt ist - soweit dieGeflügelhaltung noch nicht aktuell gemeldet wurde oder die Tierzahlen von der bisherigen Meldung abweichen - die Geflügelhaltung anzumelden.
3. Gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel und Federwild , Eier sowie von Geflügel und Federwild  sowie von Geflügel und Federwild stammende sonstige Erzeugnisse und tierische Nebenprodukte (Mist etc) dürfen weder in einen noch aus einem Bestand. Eine Ausnahmegenehmigung ist für Konsumeier auf Antrag möglich, wenn diese an eine Packstelle gehen und dort in Einwegverpackungen verpackt werden.
4. Es sind verstärkte Hygienevorgaben einzuhalten (s. unten)
5. Gehaltene Vögel zur Aufstockung des Wildvogelbestands dürfen nicht frei gelassen werden;
6. Die Durchführung von Geflügelausstellungen, Geflügelmärkten oder Veranstaltungen ähnlicher Art ist verboten;
7. Transportfahrzeuge und Behälter, mit denen gehaltene Vögel, frisches Fleisch von Geflügel, tierische Nebenprodukte von Geflügel, Futtermittel und sonstige Materialien, die Träger des hochpathogenen aviären Influenzavirus sein können, befördert worden sind, sowie Fahrzeuge, mit denen ein Bestand mit gehaltenen Vögeln befahren worden ist, sind unverzüglich nach jeder Beförderung nach näherer Anweisung der zuständigen Behörde zu reinigen und zu desinfizieren.

    

Übersicht aufgehobene Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete

  • 08.02.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet südliche Wesermarsch wegen Vogelgrippe bei Hausgeflügel in Putenbeständen in Hude, angrenzender Landkreis Oldenburg
  • 27.01.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet Wangerland/nördliches Wilhelmshaven (Vogelgrippe bei zwei Wildvögeln)
  • 14.01.2017: Aufhebung Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet Banter See und Umgebung (Vogelgrippe bei zwei Wildvögeln). Die Risikoanalyse zu einer Tauchente mit H5N8 im Rüstersieler Industriegebiet am 12.01.2017 ergab, dass in dem Fall keine neue Einrichtung von Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet erforderlich war.
  • 21.12.2016: Aufhebung Beobachtungsgebiet nordöstliche Wesermarsch (Nordenham und Umgebung) wegen Vogelgrippe bei einem Wildvogel in Bremerhaven

Aktuelle Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete sind derzeit im Zweckverbandsgebiet nicht vorhanden. Bei der Feststellung der Vogelgrippe bei Wildvögeln werden diese Gebiete längst nicht in jedem Fall gebildet.

Die zweckverbandsweite Aufstallungspflicht von Geflügel wurde zum 16.02.2017 in weiten Teilen aufgehoben. Nähere Informationen siehe im Kapitel Aufstallung weiter unten.
    

Vogelgrippe

Untersuchung von toten Wildvögeln

Es wird jetzt einige Wochen dauern, bis die Vogelgrippewelle aus der Wildvogelpopulation verschwunden ist. In der Zeit ist mit weiteren Nachweisen zu rechnen. Von einem größeren Massensterben von Wildvögeln wird und hat es bisher nicht gegeben. Viele Wildvögel werden solche Infektionen überleben und eine natürliche Immunität aufbauen.

Derzeit macht es Sinn folgende frisch tote, ansonsten noch unversehrte Wildvögel zu untersuchen: Enten, Gänse, Blesshühner, Schwäne, Kormorane, Möwen etc.,  also alles Wasservögel sowie tote Greifvögel.

Derzeit macht es keinen Sinn tote Singvögel, angefahrene Vögel am Straßenrand oder Tauben zu untersuchen.

Einzelne Todesfälle sind normal, wichtig sind Hinweise auf das vermehrte Vorkommen von toten Vögeln.

Gehäufte Todesfälle von Wasservögeln oder Greifvögeln können - je nach betroffenem Gebiet - unter folgenden Telefonnummern gemeldet werden:
Landkreis Friesland: 04421/7788-0;
Stadt Wilhelmshaven: 04421/7788-0;
Landkreis Wittmund: 04462/86-1405;
Landkreis Wesermarsch: 0441/799-5112

Außerhalb der Besetzungszeit dieser Telefonnummern können Hinweise auch über die Leitstellen oder die Polizeidienststellen erfolgen. In der Dunkelheit findet kein Einsammeln von auffälligen toten Vögeln statt.

Aufstallung und Vorsichtsmaßnahmen

Die generelle Aufstallungspflicht für Geflügel im Zweckverbandsgebiet wurde zum 16.02.2017 aufgehoben. Für einige wenige Betriebe im Küstengebiet, denen bereits Mitte November 2016 per Einzelverfügung mit Brief die Aufstallung angeordnet wurde, aber auch für alle Betriebe im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet gilt die Aufstallung zunächst noch weiterhin.

Für alle Haltungen ist weiterhin rechtlich vorgeschrieben, dass Hausgeflügel nur an Stellen gefüttert werden darf, die für Wildvögel unzugänglich sind. Die Tiere dürfen auch nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang hat. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, ist für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

Die Aufhebung bedeutet nicht, dass die Gefahr grundsätzlich vorbei ist. Hobbyhalter, die sicher gehen wollen, können die Tiere auch weiter im Stall lassen. Einen relativen Schutz bieten auch Provisorien mit Seitenwänden aus vogeldichtem Draht und einem überstehenden, dichten Dach.
Informationen zum aktuellen Vogelgrippegeschehen erhalten Sie auch über unten stehende Links.

Hygienemaßnahmen Eilverordnung des Bundes vom 18.11.2016

Der Bund hat auf Reaktion auf das derzeitige Vogelgrippegeschehen eine Eilverordnung erlassen. Demnach sind auch in Kleinbetrieben Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Den Text der Eilverordnung und ein Merkblatt hierzu finden Sie auch unten bei den Links als vollständigen Text. Das LAVES hat auch ein Infotelefon hierzu geschaltet: Telefonnummer 0441/57026-444

Der Tierhalter eines Bestandes bis einschließlich 1 000 Stück Geflügel hat sicherzustellen, dass
1. die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorte des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert sind,
2. die Ställe oder die sonstigen Standorte des Geflügels von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und dass diese Personen die Schutz- und Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen,
3. Schutzkleidung nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt wird,
4. eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine  Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.

5. Bestände ab 10 Stück Geflügel haben ein Register zur führen, u. a. über Betreten von betriebsfremden Personen etc

Allgemeine Erläuterungen zur Vogelgrippe

Es gibt viele Bezeichnungen für die selbe Erkrankung. Neben Vogelgrippe heißt sie auch Geflügelinfluenza oder Klassische Geflügelpest oder hochpathogene aviäre Influenza (HPAI). Der letzte Begriff trifft die Krankheitsbezeichnung gut, denn es geht vorwiegend um eine Ansteckung mit Influenzaviren und mit solchen Typen, die stark krank machen. Dies ist derzeit vorwiegend der Typ H5N1. Neben diesem gibt es auch Stämme, die nur wenig krank machende Eigenschaften haben, Erkrankungen hiermit werden als low pathogen avian influenza (LPAI) genannt und verursachen nicht in dem Umfang das Krankheitsbild der Vogelgrippe. Es besteht dann die Gefahr, dass durch Passagen in mehreren Tierbeständen die krankmachenden Eigenschaften zunehmen, da Influenzaviren ihre Eigenschaften verhältnismäßig schnell ändern können. Deshalb müssen auch bei LPAI bestimmte Maßnahmen ergriffen werden.

Am empfänglichsten gegen Vogelgrippe sind Hühner und Puten. Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine Tierseuche. Bei engem Kontakt zwischen Tier und Mensch ist im Einzelfall eine Ansteckung des Menschen nicht ausgeschlossen. Gefährlich kann es werden, wenn der Mensch an einer menschlichen Grippe (Influenzainfektion) erkrankt ist und zeitgleich auf den krankmachenden Vogelgrippeerreger trifft. Dann kann sich gegebenenfalls aus dem Tier- und dem Menschenvirus ein neuer Typ ergeben, der bei den Menschen zu einer schweren Grippeepidemie führen könnte.

Derzeit kommen weltweit Vogelgrippefälle vor. Der Schwerpunkt liegt in Asien. Dort, wo Geflügel häufig mit im Wohnbereich gehalten wird, hat es immer wieder beim Menschen einzelne Todesfälle gegeben, aber keine Virusneukombination mit Epidemie.

Bei dem derzeitigen Vogelgrippeerreger H5N8 oder auch H5N5 hat es bislang weltweit noch nie den Nachweis der Ansteckung eines Menschen gegeben.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Geflügelpest nicht gefährlich. Zunächst werden Lebensmittel gewerbsmäßig nur von gesunden Tieren gewonnen. Aber selbst wenn Fleisch und Eier von infiziertem Geflügel auf den Tisch gelangt wäre, könnten diese nach Erhitzung ohne Bedenken verzehrt werden.

Infiziertes Hausgeflügel zeigt folgende Erkrankungserscheinungen:

hohes Fieber
Appetitlosigkeit
drastischer Rückgang der Legeleistung
hochgradige Apathie
ausgeprägtes Kropfödem
Blaufärbung von Kamm und Kehllappen
wässrig-schleimiger, grünlicher Durchfall
plötzlich auftretende zahlreiche Todesfälle

Geflügelhalter sollen durch Hygienemaßnahmen darauf achten, dass der Erreger nicht von außen in den Bestand getragen wird. Folgende Früherkennungswerte gelten für alle Geflügelhalter bundesweit:

  1. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mindestens drei Tieren bei einer Bestandsgröße bis zu 100 Tiere.
  2. Innerhalb von 24 Stunden Tierverlust von mehr als 2 % der Tiere bei Bestandsgröße mit mehr als 100 Tiere.
  3. Erhebliche Veränderung der Legeleistung oder Gewichtszunahme
  4. Verluste von mehr als das Dreifache der üblichen Sterblichkeit in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb
  5. Abnahme der üblichen Gewichtszunahme oder Legeleistung von mehr als 5 % in einem Zeitraum von mehr als 4 Tagen bei einem reinen Enten- oder Gänsebetrieb.


Sofern einer dieser Werte erreicht oder überschritten ist, ist sofort der Haustierarzt zwecks Untersuchung auf Vogelgrippe hinzuzuziehen.


    

 

 

 

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